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2. Prajnaparamita: die Weisheitsbelehrungen, der stufenweise Weg von Verständnis, Erfahrung und Verwirklichung. 3. Abhidharma: die Darstellung der Erscheinung aller Dinge, wie z.B. die Bestandteile unserer Persönlichkeit (fünf Ansammlungen, skt.: Skandhas). 4. Madhyamaka: der Große Mittlere Weg, die letztendliche Sichtweise, wie sie von dem indischen Meister Nagarjuna als Gründer dieser Schule und späteren Meistern dargelegt wurde, und schließlich 5. Pramana: die Lehre des Erkennens oder Theorie der Wahrnehmung. Ein Verständnis der Wahrnehmungsprozesse ist der Schlüssel zu den anderen Wissensgebieten. Der Begriff "Pramana" bedeutet wörtlich "ungekünstelte, frische Bewusstheit". Im Tibetischen heißt es "Tsema", was "richtiges Erkennen" bedeutet. Dies bezieht sich auf einen Geisteszustand, der frei von allen Fehlern in Bezug auf das Wahrgenommene ist. Bei der Erkenntnislehre wird die Beziehung zwischen dem wahrgenommenen Objekt und dem wahrnehmenden Subjekt untersucht. Erleber und Erlebnis sind immer abhängig voneinander. Solange man dies nicht genauer untersucht, wird man sowohl dem Subjekt wie auch dem Objekt immer eine unabhängige Existenz geben. |
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Zunächst werden die Objekte der Wahrnehmung definiert: Ein Objekt ist das, was vom Geist erkannt wird. Diese Definition beinhaltet, dass es keine vom erlebenden Geist unabhängig existente äußere Welt geben kann, denn niemand wüsste davon. Weiter unterscheidet man Objekte in echte und unechte Wahrnehmungsobjekte. Echte Wahrnehmungsobjekte sind immer konkrete Phänomene, die eine Funktion erfüllen. Diese konkreten Phänomene momentan wahrzunehmen, bedeutet, frei von Täuschung zu sein. Unechte Wahrnehmungsobjekte sind nicht-existente Dinge, die aber klar erscheinen, d.h. alle Arten von Abstraktionen oder geistigen Bildern, die keine konkrete Funktion erfüllen. Etwas Nicht-Existentes wird fälschlicherweise für existent gehalten. Ein Beispiel sind die im Buddhismus oft zitierten "Hörner eines Hasen". |
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Hier unterscheidet man in Bewusstsein und Bewusstheit: Bewusstsein ist der Zustand des Geistes, wenn er auf ein Objekt ausgerichtet ist. Dies beinhaltet die Trennung in Subjekt und Objekt. Sich etwas bewusst zu sein, ist eine begrenzte Funktion, denn außer dem jeweiligen Objekt wird alles andere ausgeschlossen. Bewusstheit ist der Erleber, der in einem Wahrnehmungsprozess erfährt. Die innere Facette des Geistes besitzt die Fähigkeit zu wissen, zu verstehen und bewusst zu sein, ohne sich unbedingt etwas - "einer Sache" - bewusst sein zu müssen. Dass ein Erleben stattgefunden hat, kann man daran erkennen, dass danach eine Erinnerung an das Erlebnis möglich ist. |
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Begriffsfreies Erkennen kann fehlerfrei oder getäuscht sein. Das fehlerfreie begriffsfreie Erkennen hat immer ein konkretes Wahrnehmungsobjekt, mit dem eine direkte Interaktion stattfinden kann. Umgekehrt erlebt das getäuschte begriffsfreie Erkennen eine fehlerhafte Wahrnehmung des Objektes, und es kann keine direkte Interaktion stattfinden. Fehlerfreies begriffsfreies Erkennen kann von einer gewöhnlichen oder auch geistig verwirklichten Person erlangt werden. Diese direkte, klare Wahrnehmung hat zwei Aspekte: Direkt bedeutet, dass das Objekt begriffsfrei und konkret erlebt wird, damit durch den Erleber ein unmittelbarer Bezug dazu hergestellt werden kann. Etwas, das vorher noch nicht erkannt wurde, wird neu erkannt. Klar bedeutet, dass das Erkennen ungetäuscht, fehlerfrei ist, d.h. dass z.B. kein Fehler des Sinnesorgans beteiligt ist. Wenn diese beiden Aspekte zusammenkommen - frisches und ungetäuschtes Erkennen - dann ist dies das richtige, authentische Erkennen eines Buddhas. Aber auch schon auf dem Weg dorthin nimmt man frei von Dualität wahr und besitzt auf dieser Grundlage besondere Fähigkeiten. Die Bewusstheit dehnt sich immer weiter aus, bis sie zur Allwissenheit eines Buddhas wird. Begriffliches Erkennen wird ebenfalls danach unterschieden, ob ein Geisteszustand sein Objekt richtig erfasst oder nicht. Ersteres ist richtiges schlussfolgerndes Erkennen, das zweite ist fehlerhaftes schlussfolgerndes Erkennen. Beim ersten wird man in der Anwendung von Logik erfolgreich sein, weil man die entsprechenden Zusammenhänge versteht und zu einer Interaktion mit dem konkreten Objekt gelangt. Beim zweiten ist die Logik fehlerhaft, und es kommt nicht zu einer solchen Interaktion mit dem konkreten Objekt. |
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