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"Wissenschaftler"
- aus dem Unterrichtsmaterial
(im Download-PDF enthalten)
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Wenn ein Mensch
im Sterben liegt, so laufen bestimmte Prozesse ab, die man beobachten kann.
Das Feste im Körper, Muskeln und Knochen, hat der Sterbende immer weniger
unter Kontrolle. Danach gerät alles Flüssige aus dem Gleichgewicht: Speichel
und Urin können oft nicht mehr gehalten werden. Nach und nach wird der Körper
dann von Zehen und Fingerspitzen ausgehend in Richtung Herz immer kälter.
Anschließend wird der Atem immer flacher, bis er ganz aufhört.
Während die westliche Medizin den Menschen zu diesem Zeitpunkt für tot erklärt,
ist er buddhistisch gesehen noch nicht tot. Was jetzt geschieht, ist folgendes:
Eine als weiß erfahrbare männliche Energie bewegt sich innerhalb von zehn
bis 15 Minuten vom Kopf (ungefähr acht Finger hinter dem Haaransatz) in
Richtung Herz. Dabei erfährt der "Tote" eine große Klarheit, und
33 verschiedene Formen von Zorn verschwinden. Dann steigt eine rote, weibliche
Energie in der Mitte des Körpers (vier Finger breit unterhalb des Nabels)
in Richtung Herz hinauf. Dabei verschwinden 40 verschiedene Arten von Anhaftung.
Wenn das rote und weiße Licht im Herzen zusammentreffen, entsteht eine tiefe
Schwärze, wobei sich sieben Arten von Unwissenheit auflösen. Jetzt erscheint
ein gleißendes weißes Licht, das auf Tibetisch "Tudam" heißt.
Das bedeutet, dass der Geist jetzt im Herzen ist. Dies ist der Augenblick
der Trennung von Körper und Geist. Ungefähr eine halbe Stunde nach dem klinischen
Tod ist der menschliche Körper nun auch nach buddhistischem Verständnis
tot. Der Körper bleibt zurück, der Geist fällt danach in eine Art Ohnmacht,
die zwischen 68 und 72 Stunden andauert. Da das Bewusstsein immer noch alte
Gewohnheitstendenzen besitzt, sucht es bekannte Menschen und Orte auf. Weil
es nun jedoch ohne Körper ist, stellt sich natürlich große Verwirrung, teilweise
auch Panik ein. Die Wahrnehmung der Phänomene ändert sich: Alles erscheint
dumpf, wie aus einem Nebel heraustretend und dann wieder verschwindend.
Diese Art der Wahrnehmung verstärkt die Verwirrung noch. Nach ca. zehn Tagen
entsteht im Geist dann die endgültige Gewissheit, dass man wirklich tot
ist. Das führt meistens zu einer weiteren kurzen Ohnmacht. |